Anhand von Dokumentaraufnahmen der Fotografen-Ikone Henry Diltz wird die Geschichte dieses legendären Festivals erzählt.

Einzigartig daran ist, dass sie von vier Zeitzeugen erzählt wird, die zu den führenden Köpfen der seinerzeitigen Woodstock Crew gehören. Sie waren das direkte Team von Michael Lang (RIP), dem Organisator und „Gesicht“ von Woodstock.

Sie erzählen ihre erlebte Geschichte von Woodstock, von den Schwierigkeiten, das Festival gegen den Willen der Behörden überhaupt auf die Beine zu stellen, vom Chaos während der Umsetzung und dem glücklichen Ausgang mit ungeplanten 500.000 Besuchern, von denen nur 50.000 ein Ticket hatten.

Von Love & Peace and Music, aber auch von den traumatischen Zeiterscheinungen, die damals überhaupt zur Gründung der Friedens- und Hippie-Bewegung geführt haben.

Zwar liegt das alles mittlerweile 55 Jahre zurück, aber ist in seiner Geisteshaltung aktueller denn je.

Trotz ihres fortgeschrittenen Alters sind die vier Protagonisten noch topfit und schaffen ein unterhaltsames und spannendes Programm, dessen Botschaft auch die jüngere Generation mit auf eine unglaubliche Reise nimmt.

 Edward Herbert Beresford „Chip“ Monck (86) war verantwortlich für die gesamte technische Umsetzung und gleichzeitig der Master of Ceremonies des Festivals. Heute gilt er in Branchenkreisen als „The Godfather of R‘n‘R Productions“. Er verfügt über eine nahezu unvergleichliche Referenzliste hochklassiger Veranstaltungen.

Rona Elliot (78) war die PR-Managerin von Woodstock und sollte in den 70er bis 90er-Jahren die bekannteste Musikjournalistin der USA werden. Heute ist sie gleichzeitig im Board des Woodstock Museums und der Rock & Roll Hall of Fame. Zudem ist sie Co-Produzentin für Genesis Publications, sozusagen der Rolls Royce der Musiker-Literatur.

Henry Diltz (86) war der einzige offizielle Fotograf des Festivals. Er dokumentierte bereits die Aufbauphase und den verspäteten Auftritt von Jimi Hendrix. Diltz gehört zu den Vätern der R‘n‘R Fotografie. Seine Werke sind ikonisch. Gleichzeitig war er Bewohner des Laurel Canyon, dem legendären Tal des R‘n‘R.

Ticia Bernuth Agri (80) war die Assistentin von Michael Lang und vom ersten Planungstag bis zum Festival-Ende dabei. Sie hatte Improvisationstalent und konnte mit Michael Langs Sprunghaftigkeit umgehen. Sie kennt jeden Vertrag und die kritischen finanziellen Gegebenheiten des Projekts.

Anhand von Dokumentaraufnahmen der Fotografen-Ikone Henry Diltz wurde die Geschichte dieses legendären Festivals erzählt. Einzigartig daran war, dass sie von vier Zeitzeugen erzählt wurde, die zu den führenden Köpfen der seinerzeitigen Woodstock Crew gehörten. Sie waren das direkte Team von Michael Lang (RIP), dem Organisator und „Gesicht“ von Woodstock. Sie erzählten ihre erlebte Geschichte von Woodstock, von den Schwierigkeiten, das Festival gegen den Willen der Behörden überhaupt auf die Beine zu stellen, vom Chaos während der Umsetzung und dem glücklichen Ausgang mit ungeplanten 500.000 Besuchern, von denen nur 50.000 ein Ticket hatten.

Von Love & Peace and Music, aber auch von den traumatischen Zeiterscheinungen, die damals überhaupt zur Gründung der Friedens- und Hippie-Bewegung geführt haben.Zwar liegt das alles mittlerweile 55 Jahre zurück, aber ist in seiner Geisteshaltung aktueller denn je. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters sind die vier Protagonisten noch topfit und schafften ein unterhaltsames und spannendes Programm, dessen Botschaft auch die jüngere Generation mit auf eine unglaubliche Reise genommen hat.

Es bleibt die “Mutter aller Festivals“: Das legendäre Woodstock-Festival, das vom 15. bis 18. August 1969 in Bethel, New York, stattfand, gilt als eines der bedeutendsten Ereignisse der modernen Musik- und Kulturgeschichte. Das Open-Air-Konzert, zu dem ursprünglich nur um die 50.000 Zuschauer erwartet wurden, entwickelte sich zu einem Symbol des Friedens, der Gemeinschaft und der Gegenkultur der späten 1960er Jahre. Knapp eine halbe Million Menschen kamen am Ende zusammen, um drei Tage lang Musik, Freiheit und das Lebensgefühl einer Generation zu zelebrieren, die sich gegen Krieg, Rassismus und konservative gesellschaftliche Zwänge stellte.

Woodstock war Ausdruck der Hippie-Bewegung, deren Ideale „Love and Peace“ – Frieden, Liebe und auch Selbstbestimmung – auf einzigartige Weise sichtbar wurden. Trotz chaotischer Organisation, Regen, Matsch und Versorgungsengpässen blieb das Festival weitgehend friedlich. Diese Atmosphäre des Zusammenhalts wurde zu einem kraftvollen Gegenbild zu den politischen Spannungen jener Zeit, insbesondere zum Vietnamkrieg. Woodstock zeigte, dass junge Menschen eine Vision eines alternativen, gewaltfreien Zusammenlebens lebendig machen konnten.

Good Times - Das große Interview by Alex Gernandt

Musikalisch präsentierte Woodstock viele der wichtigsten Künstler der Ära – darunter Jimi Hendrix, Janis Joplin, The Who, Joe Cocker, Crosby, Stills, Nash & Young, Jefferson Airplane und den damaligen Newcomer Carlos Santana. Ihre Auftritte wurden legendär und prägten das kulturelle Gedächtnis einer ganzen Generation. Ganz besonders Hendrix’ einzigartige Interpretation der amerikanischen Nationalhymne, durchzogen von verzerrten Gitarrenklängen, wurde zum Protestsymbol gegen den andauernden Krieg in Vietnam!

Die Bedeutung von Woodstock reicht weit über das eigentliche Ereignis hinaus. Es wurde zum Mythos, zum Inbegriff der 68er-Bewegung und ihrer Sehnsucht nach Freiheit, Toleranz und gesellschaftlichem Wandel. Auch Jahrzehnte später bleibt das Festival ein kultureller Bezugspunkt – als Erinnerung daran, dass Musik Menschen verbinden und gesellschaftliche Veränderungen inspirieren kann. 

Rona Elliot, Edward Herbert Beresford „Chip“ Monck, Ticia Bernuth Agri, Henry Diltz ,

Um den Spirit von Woodstock zu erhalten, begaben sich vier führende Köpfen der damaligen Woodstock-Crew, die das Festival damals hautnah miterlebten und mitgestalteten, auf eine kleine Tour durch Deutschland, eine Fotoausstellung, die von Unternehmer Ralph Wezorke, Musikliebhaber, Sammler und Gründer von Lightpower aus Paderborn, einer international tätigen Firma für professionelle Bühnenbeleuchtung, initiiert wurde: Starfotograf Henry Diltz, Rona Elliot (PR-Leitung), Chip Monck (Bühnendesign) und Tisha Bernuth (Assistentin von Veranstalter Michael Lang). Sie waren das direkte Team von Michael Lang (gest. 2022), dem Organisator und „Gesicht“ von Woodstock. Mit GOOD TIMES sprechen die vier Zeitzeugen in der Limelight Gallery Frankfurt exklusiv über ihre Erlebnsse und Abenteuer in Woodstock… 

GOOD TIMES - Das Interview der Woodstock Legenden – by Alex Gernandt

Rona, Chip, Ticia und Henry, ihr habt Woodstock im August 1969 nicht nur hautnah miterlebt, sondern dort auch gearbeitet. Was genau war “Woodstock“ für euch?

Henry Diltz: Es war einzigartig, ja, lebensverändernd. “Drei Tage einfach im Gras sitzen und in Frieden Musik hören…“, so brachte Michael Lang, der Veranstalter, vereinfacht seine Vision auf den Punkt – und ich teilte sie. Einen derartigen Event hatte es bis dahin noch nie gegeben. Natürlich ging damals auch einiges schief, es war ja das größte Festival seinerzeit und Michael und sein Partner Artie Kornfeld hatten keine große Erfahrung im Veranstaltungsbereich. Es mangelte etwa an Infrastruktur, aber dennoch war die Stimmung einmalig, ein Wunder. Die Menschen kamen alle friedlich miteinander aus, sie halfen sich, teilten Essen, hielten zusammen, auch wenn das Wetter öfter mal verrücktspielte. Im Endeffekt war das Festival eine Botschaft an die Welt: Love and Peace sind möglich! Und Michael Lang, damals gerade mal Mitte 20, behielt im größten Chaos immer die Ruhe, auch, wenn mal was partout nicht funktionierte: “Don’t worry, we’ll fix it“, war sein Mantra. In meinen Augen war er ein Engel. Wirklich bewunderswert. 

Rona Elliot: Wir dachten uns nur, oh Gott, all die Menschen hier. Wir müssen uns um sie kümmern, wir müssen sie glücklich machen… Und aufpassen, dass alles friedlich bleibt. Aus “POLICE FORCE“ wurde vor Ort “PLEASE FORCE!!“ Denn Menschlichkeit stand für uns bei allem im Mittelpunkt.

 

Wie kamt ihr denn an eure Jobs?

 

Rona: Ich muss ausholen: Mit 19 lernte ich Henry kennen, er war damals etwa 28. Ich arbeitete bei einem Radiosender in Los Angeles. Das war um 1965 und ich die Jüngste in unserer Gruppe. Damals gab es kaum Frauen im Radio oder Fernsehen. Ich interessierte mich nur für Musik. Ich fuhr extra an die Ostküste, nur um ein Delta-Blues-Konzert in der Carnegie Hall in New York zu besuchen. Es war das erste Blueskonzert mit schwarzen Künstlern. Irgendwie kam ich nach Newport und sah Bob Dylan dort spielen, wo Chip als Bühnentechniker arbeitete. Chip kannte ich damals natürlich noch nicht. Im selben Sommer fuhr ich zurück nach Los Angeles und sah die Rolling Stones live. Nach dem Miami Pop Festival im Dezember 1968 reiste ich nach Europa und landete schließlich in Algerien. Ich war nur mit Rucksack unterwegs, ein jüdisches Mädchen, das im Ramadan in ärmellosen T-Shirts unterwegs war. Total bescheuert. In jenem Sommer fand in Algier, Algerien, das Panafrikanische Kulturfestival statt. Bemerkenswert war, dass die Gastgeber in jenem Jahr Eldridge Cleaver und Tim Leary waren. Und dann bekam ich ein Telegramm von meinem Freund Mel: Komm nach Hause. Es gibt bald ein Festival im Norden von New York State. Und ich dachte: Die Catskill Mountains, eine Gegend im Norden, wo wir alle mal im Ferienlager waren. Ich sagte mir: OK, ich fliege zurück in die USA. Im Mai 1969 schloss ich mich einer Gruppe von 13 Leuten an, wir zogen ins Red Top Motel in Wallkill, New York. Mission: Woodstock! Ich fragte Mel: Was soll ich tun? Er sagte: „Sag Michael Lang, dem Chef, was du machen willst.“ Da er eine große PR-Agentur aus New York engagiert hatte, brauchte er keine weitere PR-Frau. Also kümmerte ich mich um die Leute vor Ort und übernahm die Kontaktpflege zu den örtlichen Behörden. Michael stellte mich für 150 Dollar die Woche ein und der Rest ist Geschichte. Ich war am Start, Ticia war dabei und Chip. Henry kam in der ersten Augustwoche. Ich möchte nur kurz erwähnen, weil das wichtig ist: Henry ist heute 87, Chip 86, Tisha ist gerade 81 geworden und ich 78. Heute bin ich im Vorstand der Rock & Roll Hall of Fame und des Woodstock-Museums. Und in den letzten 50 Jahren habe ich bestimmt 800 Interviews mit Zeitzeugen aus Woodstock geführt und Vorträge gehalten…

Erinnerst du dich an das erste Treffen mit Michael Lang?

Rona: Klar. Ich traf Michael in seinem Büro in der 24. Straße in Manhattan. An dem Tag interviewte er einen Polizisten, der für die Sicherheit vor Ort zuständig sein sollte. Als Michael ihn fragte, was er tun würde, wenn jemand die Tore aufbricht, antwortete er: „Oh, wir setzen Hunde und Wasserwerfer ein!“ Ich war sprachlos. Michael sah mich an, wir beide verdrehten die Augen, und das war’s dann auch schon. Er sagte nur: „Hey, wir setzen hier auf Frieden und Liebe. Uns ist es egal, ob jemand die Tore stürmt oder etwas raucht, Hauptsache, alle sind in Sicherheit.“ Und so wurde ich zur Zuständigen für all die Ängste, die Negativität und die Sorgen der Festival-Besucher. 

Du, Henry, kamst über die Musik zur Fotografie…

Henry: Ja. Vor 1969 war ich Folkmusiker in LA. Ich spielte Banjo und sang vierstimmig. Ich kannte viele Musiker. Zu meinen Freunden zählten Stephen Stills, Mama Cass, Jim Morrison. Eines Tages, auf Tournee mit unserem Modern Folk Quartet, kaufte ich in einen Secondhandladen just for fun eine gebrauchte Kamera und fing an, alles zu fotografieren, was mir in den Weg kam. Zu Hause hab ich dann eine Diashow gemacht und fand es toll, meine Fotos groß an der Wand projiziert zu sehen. Es machte Spaß, die Fotos mit meinen bekifften Hippie-Kumpels anzuschauen. Und dann wurden meine Musikerfreunde aus dem Laurel Canyon alle berühmt, und ich hatte all diese frühen Fotos von ihnen, das war ein echter Glücksfall für mich.

Wie kamt ihr schließlich nach Woodstock?

Henry: Alles begann mit einem Anruf. Ich sitze in meiner Küche, als das Telefon klingelt. Am anderen Ende ist dieser Herr, Chip Monck, den ich schon bei vielen Konzerten getroffen hatte, weil er der Lichttechniker bei großen Shows war. Er sagte: „Henry, wir veranstalten demnächst hier in New York State ein großes Open-Air-Konzert, und du solltest mit deiner Kamera dabei sein.“  Ich war skeptisch: „Ich kenne die Leute nicht. Wie soll ich denn an einen Fotopass kommen?“ Aber schon tagsdrauf rief mich Michael Lang an, ein Mann der wenigen Worte. Er sagte: „Chip sagt, wir brauchen dich. Ich schicke dir ein Flugticket und 500 Dollar Honorar.“ Also flog ich flog hin. Und habe es nicht bereut.

Ticia Bernuth: Ich lebte damals in Rom. Mit 19 reiste ich durch Russland und den Balkan, durch Georgien, Armenien, den Iran und den Nahen Osten, Nordafrika, Ostafrika und Südafrika. Dann kehrte ich nach New York zurück und studierte an der Columbia University. Eines Tages erzählte mir mein Freund von einem Festival, für das ein Assistent für den Produzenten Michael Lang gesucht wird. Als er „Woodstock“ erwähnte, dachte ich aus irgendeinem Grund: Das wäre genau mein Job! Ich wollte unbedingt ein Vorstellungsgespräch, dabei hatte ich keine Ahnung vom Musikbusiness. Trotzdem bekam ich das Job-Interview und erzählte von meiner aufregenden Weltreise. Das reichte Michael, er sah mich als qualifiziert an. Ich bekam den Job und wurde Michael Langs Assistentin. Wir fuhren nach Upstate New York und suchten ein Gelände, auf dem das Festival stattfinden könnte. Woodstock wurde es schlußendlich nicht und wir landeten im Örtchen Bethel. Der Farmer Max Yasgur stellte uns dort seine Felder zur Verfügung. Max’ Haus und seine Molkerei lagen etwa drei Meilen von dort entfernt.

Chip Monck: Ich begann bereits 1955 mit der Arbeit als Bühnenbauer- und beleuchter. Damals wurden die Konzerte langsam immer größer. Ich arbeitete im Village Gate, das war historisch gesehen ein wegweisender Ort in Manhattan, wo von Nina Simone bis Miles Davis alle spielten. Und ich gestaltete dort die Beleuchtung für die größten Musikstars der Welt. Vom Village Gate Club ging es Mitte der Sixties mit Henry zum Newport Jazz und Newport Folk Festival mit Albert Grossman, Bob Dylans Manager. Albert Grossman begleiteten wir zum Monterey Pop Festival, im Juni 1967, zum Texas Pop Festival in Lewisville und dann zum Miami Pop Festival. Höhepunkt war dann 1969 Woodstock. Ich traf damals in der Vorbereitungsphase Michael Lang im jüdischen Restaurant Ratner’s neben dem Fillmore East Club in New York. John Morris, ein weiterer Partner, hatte dieses Treffen arrangiert. Noch bevor ich eintraf, hatte John Morris sich Michael bereits vorgestellt und den Booking-Job bekommen, als eine Art Künstlerbetreuer. Letztendlich fanden unsere Treffen in diesem Delikatessenladen neben dem Fillmore East statt. Viele aus der Woodstock-Crew kamen vom Fillmore Club. Schließlich schloss ich einen Vertrag mit Michael als Lichtdesigner ab. 

Chip, du warst vor Ort nebenbei auch der MC (Moderator). Hattest du zuvor mal auf einer Bühne gestanden und performt, als Michael dich fragte, ob du die Moderation übernehmen willst?

Chip: Nein, nie. Michael hat mich auch nicht gefragt, ob ich die Moderation übernehmen will – er sagte direkt zu Beginn des Festivals nur: Mach das, Chip! Bring die Fans dazu, zehn Schritte von der Absperrung zurückzutreten! Hier ist das Mikro! Los, mach. Und tatsächlich wurde in diesen drei Tagen niemand schwer verletzt, was ein wahres Wunder ist. Und das, obwohl viele Leute ja auf Drogen waren und nicht wirklich bei Sinnen. Wir hatten den Bühnenbereich und das riesige Feld voller Menschen, und im Umkreis von 10 Meilen strömten weitere Abertausende von Menschen herbei. Die vielen Autos verursachten ein Verkehrschaos. Nichts ging mehr. Die Bands mussten mit Helikoptern eingeflogen werden. Aber trotz alldem blieb alles friedlich.

Bob Dylan trat bekanntlich nicht in Woodstock auf. Aber du, Chip, hast mit ihm gearbeitet und hattest eine besondere Begegung mit ihm!

Chip: Als ich in den Sixties als Bühnentechniker in New York im Village Gate arbeitete, hatte ich da ein kleines Büro mit Kühlschrank, Dusche, Liege – und einer elektrischen Schreibmaschine. Das war damals noch was Besonderes. Plötzlich streckte jemand seinen Kopf durch die Tür und meinte, er müsse sich mal die Schreibmaschine ausleihen. „Darf ich um deinen Namen bitten“, sagte ich. „Ich heiße Bob Dylan!“ Er trat im Village Gate auf, war damals aber noch nicht bekannt. Ich sagte, die Schreibmaschine bleibt hier, aber du kannst sie gerne nutzen. Dann setzte sich Bob hin und tippte Texte, stundenlang. Das war unsere erste Begegnung.

Es gab außer Dylan damals noch weitere wichtige Acts, die nicht in Woodstock auftraten…

Chip: Stimmt. Konnte ja niemand voraussehen, wie groß und bedeutend Woodstock werden würde. Die Beatles hatten damals bereits ihre Touren beendet und waren im Studio, die Rolling Stones hatten anderweitige Verpflichtungen, etwa ein exklusives Konzert im nahen New Jersey kurz darauf. Simon & Garfunkel waren im Studio und nahmen BRIDGE OVER TROUBLED WATER auf. The Doors kamen nicht, weil Ray Manzarek meinte, niemand würde zu einem Konzert auf einem Kuhacker gehen (lacht). Joni Mitchell ging nicht hin, weil sie am nächsten Tag in der Dick Cavett Talkshow in New York zu Gast war und befürchtete, nicht rechtzeitig dort anzukommen. Booker T. nahm nicht an Woodstock teil, weil er Angst davor hatte, in einen Helikopter zu steigen. Und ich habe vergessen, warum Donovan nicht da war.

Und was war mit den Beach Boys?

Henry: Die waren damals nicht mehr hip. Ihre Hochphase von PET SOUNDS war vorbei. Kann schon sein, dass Michael Lang versucht hatte, sie zu engagieren. Aber sie waren damals einfach nicht angesagt. Ich habe mich damals übrigens gefragt, warum diese Ulk-Showtruppe ShaNaNa in Woodstock auf dem Programm stand? Die Antwort: Weil einer der Verantwortlichen mit ihrem Manager befreundet war. ShaNaNa passte aus meiner Sicht nicht ins Programm.

Chip: ShaNaNa war für das Publikum im Grunde ein Witz. Aber die Leute liebten sie. Sie sorgten für lockere Stimmung.

Niemand hätte gedacht, dass an die 500.000 Fans in Woodstock auftauchen würden. 50.000 Tickets wurden regulär verkauft, die restlichen Besucher hatten freien Eintritt, heißt es…

Rona: Ja, und ich weiß, dass sich vor allem The Who Sorgen um ihre Gage machten. Die waren ziemlich scharf aufs Geld. Pete Townshend hat mal darüber gesprochen. Es verwirrte ihn, dass die meisten Fans nach einer Weile kostenlos reinkamen. Es gab keine Kontrollen mehr. The Who machten sich Sorgen wegen ihrer Kohle. Sie wollten cash und nicht auf die Bühne gehen, bevor wir nicht zur Bank gingen und Bargeld holten. Also musste jemand los und das cash besorgen. 

Woodstock war auch recht chaotisch in puncto Infrastruktur. Wo habt ihr damals eigentlich geschlafen?

Chip: Ich pennte meist unter der Bühne und habe mich mit einem Stück Bühnenvorhang zugedeckt…

Ticia: Rona und ich schliefen im Büro auf den Schreibtischen. Einmal durften wir mit dem Helikopter in den nahegelegenen Ort Liberty fliegen und dort in einem Motel duschen…

Henry: Und ich habe auf der Rückbank meines Wagens genächtigt, wenn ich mal dazu kam.

Apropos nächtigen: Stimmt es, dass du den Auftritt von Headliner Jimi Hendrix am letzten Tag um ein Haar verpennt hättest?

Henry: Ja, das war so. Ich hatte mich spätnachts total abgekämpft in meinen Van zurückgezogen und war sofort eingeknackt. Im Morgengrauen wurde ich plötzlich von einer sanften Stimme über die Lautsprecherboxen geweckt: Es war die Stimme von Chip Monck, der auf der Bühne den nächsten Act ansagte: „And now Ladies and Gentlemen: JIMI HENDRIX!!“ Ich dachte erst, es sei ein Traum. Aber dann durchfuhr mich ein Adrenalinstoß, ich schnappte meine Kamera und eilte sofort zur Bühne. Da stand schon Jimi mit seiner hellen Fransenjacke, rockte mit seinen Jungs „Purple Haze“, „Foxy Lady“ und die historisch verzerrte Version des „Star Spangled Banner“, der US-Nationalhymne. Das war seine persönliche Art des Protests gegen den immer noch währenden Vietnamkrieg. Es war der letzte Auftritt des Woodstock-Festivals, das absolute Highlight und ein Moment für die Ewigkeit.

Hendrix war ein Phänomen, nicht von dieser Welt!

Henry: Oh ja. Jimi war eine Erscheinung, eine Art Gesandter von einem anderen Planeten. Ich hatte Angst um ihn und sagte: Jimi, manchmal müssen wir unseren Körper wie einen Tempel behandeln. Und ihn nicht zu sehr strapazieren. Ich hatte vor Augen, wie er sich wieder Heroin spritzte. Gerardo Velez, mein guter Freund, war Jimis Percussionist. Er zog mit Jimi nach Phoenicia, einer kleinen Stadt etwa 30 Meilen von White Lake entfernt, in der Nähe von Woodstock. Sie waren kurz vor dem Festival dorthin gezogen. Gerardo erzählte mir davon, dass Jimi damals jeden Tag wie besessen „Star Spangled Banner“ übte. Das Foto von Jimi auf der Bühne habe ich immer vor mir. Ich sehe es jeden Tag. Und wenn ich drauf gucke, denke ich mir, dass Jimi zu uns gesandt wurde vom lieben Gott… Ich habe bis heute keinen gesehen, der eine Ausstrahlung hatte wie Jimi. Für mich ist Musik eine Art “Transmission“, wie etwa auch die von Paul McCartney. Wie kommt es denn, dass jemand wie McCartney eines Tages mit einer Melodie wie „Yesterday“ aufwacht, es aufschreibt und es zunächst aber erstmal „Scrambled Eggs“ nennt? Welcher Kanal steht Paul McCartney offen, der uns Normalsterblichen nicht offen steht? Das ist der Ursprung des Genies. Auch bei Jimi.

Hendrix verkörpert den Spirit von Woodstock wie kein Zweiter. Wie hast du im September 1970 von seinem Tod erfahren?

Henry: Ich war mit Stephen Stills zusammen, als wir hörten, dass Jimi gestorben war. Wir waren in einer kleinen Hütte im Schnee in Colorado. Dort gab es eine Telefonzelle. Spät abends bekam Stephen den Anruf mit der Todesnachricht. Das war echt hart. Stephen arbeitete damals übrigens mit Jimi an neuer Musik. Ich glaube, er wollte ein Album mit Hendrix aufnehmen. Jedenfalls saß Stephen die ganze Nacht traurig am Klavier und klimperte vor sich hin. Alle waren wir niedergeschlagen und nachdenklich. Uns war bewusst, was wir mit Hendrix verloren hatten.

Im Gegensatz zu Superstar Hendrix war Carlos Santana damals noch ein völlig unbekannter Newcomer. In Woodstock gelang ihm 1969 der große Durchbruch!

Chip: Ja, Bill Graham, der große Tourpromoter (bürgerlich Wolfgang Grajonca, 1931 – 1991) war sein Manager, er besorgte ihm den Auftritt dank seinen guten Verbindungen. Michael Lang suchte immer wieder Rat beim Konzert-erfahrenen Bill. Und als Gegenleistung durfte Santana auftreten. Es war offensichtlich sein großer Durchbruch. Er hatte so gut wie nie außerhalb von San Francisco gespielt. Carlos kam als Niemand. Und plötzlich sah er dort all diese Hippie-Leute, die für Liebe und Frieden standen. Bis dahin dachte er, das sei nur ein Phänomen aus San Francisco. Aber das Woodstock-Festival machte ihm klar, hey, es ist im ganzen Land angekommen. Love and Peace ist eine große Bewegung. 

Es gibt eine lustige Geschichte über Carlos…

Chip: Er kam mittags in Woodstock an, und man sagte ihm: „Hey, Carlos, du gehst erst in zwölf Stunden auf die Bühne.“ Daraufhin gab er sich einen LSD-Trip. Und dann offenbarte man ihm plötzlich: „Hey, Carlos, du bist doch schon in einer halben Stunde dran!“ Er war total high und kaum ansprechbar. Später erzählte Carlos, dass sich sein Gitarrenhals auf der Bühne wie eine Schlange anfühlte, eine elektrische Schlange, die sich ständig windete. Er konnte sich nicht erinnern, wie er überhaupt spielen konnte, „Soul Sacrifice“ und all die Songs. Sein Auftritt war wirklich spektakulär. Auch so ein Woodstock-Wunder.

Woodstock hat einen Standard gesetzt und heute bräuchte die Welt irgendwie einen neuen Woodstock-Vibe. Die Frage ist: Wäre so etwas heute noch möglich?

Rona: Ich habe das Gefühl, dass die Menschen heute so extrem sind, egal welcher politischen Richtung sie angehören, links oder rechts, viele sind extremer geworden. Ich glaube, der Kitt unserer alten Generation, und das sage ich immer wieder – war die Musik! Der Drang, zusammenzukommen und Liebe und Frieden zu leben – oder wie auch immer man das nennen mag, ist tief in uns Alten verwurzelt. Woodstock entstand aus enormen sozialen und politischen Spannungen in diesem Land. Ich glaube leider nicht, dass man das heute einfach reproduzieren kann.

Besonders von Konservativen wurde Woodstock stark kritisiert. Hatten die mehr Verständnis, nachdem das Festival friedlich abgelaufen war?

Rona: Nein, viele konservative Ideologen machen die Ereignisse der 60er Jahre noch heute für die aktuelle Lage im Land verantwortlich. Die Scheidungsrate stieg an. Die Zahl der Alleinerziehenden nahm zu. Immer weniger Menschen studierten. Viele der Woodstock-Besucher begannen zehn Jahre später, nachdem sie mit dem Kiffen aufgehört hatten, stattdessen zu trinken. Je mehr wir uns also der freien Liebe zuwandten, desto kontrollierender wurden viele Politiker. Ich würde so gern glauben, dass wir diese Leute positiv beeinflusst haben, aber das haben wir nicht.

Woodstock drehte sich auch um Drogen, vor allem Marihuana und LSD. Chip, Du hast das Publikum damals vor braunem Acid gewarnt…

Chip: Weil jemand da draußen eine Warnung in die Welt gesetzt hatte. Ob es nun stimmte oder nicht, aber wenn ein Arzt Bedenken äußert, sollte man das ernst nehmen. Ich wollte, dass die Leute vorsichtig sind mit dem, was sie einschmeißen.

Darf ich fragen: Wart ihr in diesen drei Tagen auch high?

Chip: Nein, kein Interesse. Das passt nicht. Das widerspricht meiner Verantwortung. Denn wenn ich mein Hirn zum arbeiten nutzen muss, kann ich nicht high sein.

Rona: High zu sein konntest du dir nicht leisten. Außerdem bin ich auch viel zu verantwortungsbewusst. Ich war gedanklich für eine halbe Million Menschen verantwortlich. Ich habe in diesen drei Tagen nichts genommen, gar nichts.

Henry: Meinst du Psychedelica oder einfach nur high? Als Musiker und als Fotograf habe ich „God’s Herb“ (“Gottes Kraut“) geraucht. Das gibt einem ein  angenehmes Gefühl, macht das Leben interessanter. Ich denke, “Gottes Kraut“, wie ich es nenne, ist wie eine Blume, die den Geist öffnet. Aber bitte keine psychedelischen Drogen für mich, kein LSD.

Was ist bekannt über Michael Lang und Drogen?

Chip: Wer das weiß schon!?

Henry: Ich weiß es nicht. Er hat wahrscheinlich ein bisschen Gras geraucht. Aber unser Kollege Artie Kornfeld, einer der Mitorganisatoren, wurde definitiv von irgendjemand heimlich unter Drogen gesetzt. Jemand hat ihm unbemerkt LSD gegeben. Und es gibt ein berühmtes Foto von ihm. Michael hält Artie an der Hand, und Artie schaut geistesabwesend zum Himmel und wird dabei von Gabe Pressman interviewt, dem bekannten NBC-Reporter. Und man kann sehen, dass Michael Arties Hand ergreift und Arties Körper da ist, aber Artie ist nicht da. Oh ja, er war weg, weg, weg.

Henry, verrätst du uns deinen favorite Woodstock-Moment?

Henry: Für mich war es der sensationelle Auftritt von Crosby, Stills & Nash! Nur ein paar Monate zuvor hatte ich ihr erstes Albumcover fotografiert. Und in Woodstock spielten sie überhaupt ihr zweites Konzert. Ich erinnere mich noch genau an diesen Abend. Eine halbe Million Menschen, aber es war plötzlich ganz still. Und aus der Sound-Anlage floß ein wunderschöner, warmer Klang, der einen umhüllte und erfüllte. Und dann trat Stephen Stills ans Mikro: „Leute, das ist unser zweites Konzert and we’re scared shitless – wir haben eine Höllenangst.“ Dann nahm er seine Gitarre und stimmte „Sweet Judy Blue Eyes“ an. Da entstand eine wunderbare Magie, als dann David Crosby und Graham Nash mit ihrem Harmoniegesang einstiegen. Es war unbeschreiblich.

Und Ticia, was war dein schönstes Woodstock-Erlebnis?

Ticia: Der Auftritt von Richie Havens. Ich ging ins Publikum, in die Mitte des Feldes. Ich war von all diesen Leuten umgeben und er begann „Freedom“ zu singen. Und alle haben sich auf den Text konzentriert und mitgesungen. Ich habe nie Drogen genommen, aber in diesem Moment war ich auf natürliche Weise high… naja, vielleicht hatte ich auch die Luft in meiner direkten Umgebung zu tief eingeatmet. Jedenfalls empfand ich in diesem Moment pure Freude und Frieden in mir.

Was kommt euch in den Sinn, wenn ihr an moderne Hipster-Festivals wie Coachella in Kalifornien denkt?

Ticia: Wir waren alle schon mal da, und auch in Glastonbury in England – aber das ist schon etwas anders, finde ich, mehr hippie-like. Coachella dagegen ist der Inbegriff von Kommerz. Sehr teure VIP-Tickets, und heutzutage hat ja jeder ein Handy, und dann sind da diese ganzen Influencer, die ständig Fotos und Videos posten. Nichts ist mehr spontan. Sie machen mehr Fotos von sich selbst als von den Künstlern. Das Publikum nimmt sich wichtiger als die Künstler auf der Bühne. Bei Woodstock ging es um Inklusion, man war auf Augenhöhe. Wenn man Woodstock in wenigen Worten beschreiben müsste, würde ich sagen: Liebe, Frieden und Zusammenhalt. Die Menschen haben sich wirklich umeinander gekümmert!

Rona: Woodstock ist wirklich legendär und mit nichts vergleichbar. Ich bin so froh, dass wir Henrys Bilddokumente und den Film haben. Ich denke an Henrys Foto von einer halben Million Menschen auf einer Kuhweide, die friedlich miteinander auskommen. Gott sei Dank war er dabei, denn seine Bilder erinnern uns immer daran, was damals passiert ist. Und es ist wichtig, dass wir die Geschichte erzählen und diesen Geist am Leben erhalten.

Was kann man heute von Woodstock lernen?

Rona: Einfach, dass es möglich ist, so etwas Großes zu veranstalten. Dass die Leute miteinander auskommen können, dass alle im selben Boot sitzen. Dass Liebe die Antwort ist. Gebt einfach nicht auf, “Don’t give up“, um das berühmte Lied von Peter Gabriel zu zitieren. Und der Dalai Lama sagte einmal weise Worte: Du kannst die Einstellung und Ansichten von Menschen hassen, aber du darfst niemals Menschen hassen. Es geht um Love and Peace! Ende!

 

Die Protagonisten: 

 

> HENRY DILTZ:

Henry Diltz (87) war der einzige offizielle Fotograf des Festivals. Er dokumentierte bereits die Aufbauphase und den verspäteten Auftritt von Jimi Hendrix. Diltz gehört zu den Vätern der R‘n‘R Fotografie. Seine Werke sind ikonisch. Gleichzeitig war er Bewohner des Laurel Canyon, dem legendären Tal des Rock‘n‘Roll in LA.

 

 

> RONA ELLIOT:

Rona Elliot (78) war die PR-Managerin von Woodstock und sollte in den 70er bis 90er-Jahren die bekannteste Musikjournalistin der USA werden. Heute ist sie gleichzeitig im Board des Woodstock Museums und der Rock & Roll Hall of Fame. Zudem ist sie Co-Produzentin für Genesis Publications.

 

 

> TICIA BERNUTH:

Ticia Bernuth Agri (81) war die Assistentin von Michael Lang und vom ersten Planungstag bis zum Festival-Ende dabei. Sie hatte Improvisationstalent und konnte mit Michael Langs Sprunghaftigkeit umgehen. Sie kennt jeden Vertrag und die kritischen finanziellen Gegebenheiten des Projekts.

 

 

> CHIP MONCK:

Edward Herbert Beresford „Chip“ Monck (86) war verantwortlich für die gesamte technische Umsetzung und gleichzeitig der MC (“Master of Ceremonies“) des Festivals. Heute gilt er in Branchenkreisen als „The Godfather of R‘n‘R Productions“. Er verfügt über eine nahezu unvergleichliche Referenzliste hochklassiger Veranstaltungen.

 

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Es bleibt die “Mutter aller Festivals“: Das legendäre Woodstock-Festival, das vom 15. bis 18. August 1969 in Bethel, New York, stattfand, gilt als eines der bedeutendsten Ereignisse der modernen Musik- und Kulturgeschichte. Das Open-Air-Konzert, zu dem ursprünglich nur um die 50.000 Zuschauer erwartet wurden, entwickelte sich zu einem Symbol des Friedens, der Gemeinschaft und der Gegenkultur der späten 1960er Jahre. Knapp eine halbe Million Menschen kamen am Ende zusammen, um drei Tage lang Musik, Freiheit und das Lebensgefühl einer Generation zu zelebrieren, die sich gegen Krieg, Rassismus und konservative gesellschaftliche Zwänge stellte.

Woodstock war Ausdruck der Hippie-Bewegung, deren Ideale „Love and Peace“ – Frieden, Liebe und auch Selbstbestimmung – auf einzigartige Weise sichtbar wurden. Trotz chaotischer Organisation, Regen, Matsch und Versorgungsengpässen blieb das Festival weitgehend friedlich. Diese Atmosphäre des Zusammenhalts wurde zu einem kraftvollen Gegenbild zu den politischen Spannungen jener Zeit, insbesondere zum Vietnamkrieg. Woodstock zeigte, dass junge Menschen eine Vision eines alternativen, gewaltfreien Zusammenlebens lebendig machen konnten.

Musikalisch präsentierte Woodstock viele der wichtigsten Künstler der Ära – darunter Jimi Hendrix, Janis Joplin, The Who, Joe Cocker, Crosby, Stills, Nash & Young, Jefferson Airplane und den damaligen Newcomer Carlos Santana. Ihre Auftritte wurden legendär und prägten das kulturelle Gedächtnis einer ganzen Generation. Ganz besonders Hendrix’ einzigartige Interpretation der amerikanischen Nationalhymne, durchzogen von verzerrten Gitarrenklängen, wurde zum Protestsymbol gegen den andauernden Krieg in Vietnam!

Die Bedeutung von Woodstock reicht weit über das eigentliche Ereignis hinaus. Es wurde zum Mythos, zum Inbegriff der 68er-Bewegung und ihrer Sehnsucht nach Freiheit, Toleranz und gesellschaftlichem Wandel. Auch Jahrzehnte später bleibt das Festival ein kultureller Bezugspunkt – als Erinnerung daran, dass Musik Menschen verbinden und gesellschaftliche Veränderungen inspirieren kann. 

Um den Spirit von Woodstock zu erhalten, begaben sich vier führende Köpfen der damaligen Woodstock-Crew, die das Festival damals hautnah miterlebten und mitgestalteten, auf eine kleine Tour durch Deutschland, eine Fotoausstellung, die von Unternehmer Ralph Wezorke, Musikliebhaber, Sammler und Gründer von Lightpower aus Paderborn, einer international tätigen Firma für professionelle Bühnenbeleuchtung, initiiert wurde: Starfotograf Henry Diltz, Rona Elliot (PR-Leitung), Chip Monck (Bühnendesign) und Tisha Bernuth (Assistentin von Veranstalter Michael Lang). Sie waren das direkte Team von Michael Lang (gest. 2022), dem Organisator und „Gesicht“ von Woodstock. Mit GOOD TIMES sprechen die vier Zeitzeugen in der Limelight Gallery Frankfurt exklusiv über ihre Erlebnsse und Abenteuer in Woodstock… 

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